Fragen, Behauptungen und Antworten

 

1) Wir müssen die Vergangenheit ruhen lassen und nach vorne schauen!

 

Natürlich müssen wir nach vorne schauen. Allerdings lautet schon Einsteins Definition von Wahnsinn, immer wieder das Gleiche zu tun und zu meinen, es gebe andere Ergebnisse. Darum die Frage zurück: ist es sinnvoll, wenn Stallikon wieder einmal die andere Wange bzw. die andere Brieftasche hinhält und meint, der ZVV werde unsere Gemeinde beim vierten Anlauf besser behandeln?

 

 

2) Der Kantonsrat hat dem ZVV die Mittel gekürzt; darum kann der ZVV die Kurse leider nicht übernehmen.

 

Am 19. September 2011 teilte Herr Hegglin der Gemeinde Stallikon zum ersten Mal mit, dass der ZVV die Buslinie nicht vertragsgemäss übernehmen könne. Wegen eines Sparprogramms müsse das Fahrplanverfahren um ein Jahr verschoben werden. Stallikon müsse 33% mehr zahlen als vereinbart, nämlich 4 statt nur 3 Jahre lang rund 530‘000 Franken.

 

Im Geschäftsjahr 2012 war der Aufwand des ZVV allerdings 18.25 Mio. Franken geringer als budgetiert. Zudem war der Ertrag 10.2 Mio. Franken besser als budgetiert. Entsprechend beanspruchte der ZVV vom Kanton 28.45 Mio. weniger Kredit als budgetiert. Zu dieser Verbesserung um 7.23% gegenüber dem Budget trug die Gemeinde Stallikon rund 530‘000 Franken bei. Schono nett.

 

Als der ZVV die Buslinie 237 ein Jahr später übernehmen sollte, hiess es wieder, leider fehle das Geld. Man könne nicht alles übernehmen und müsse die reduzierte Linie 227 einführen. Wie wir allerdings wissen (vgl. vorangehender Abschnitt), war das bezüglich des Jahrs 2012 schlicht gelogen. Und bezüglich des Jahrs 2013 war es auch nicht besser: Der ZVV war um 5.43% besser als budgetiert und beanspruchte von seinem Kredit 20.18 Mio. Franken nicht.

 

Auch 2014 war der tatsächliche Aufwand viel kleiner und der tatsächliche Ertrag viel grösser als budgetiert. Von seinem Kredit beanspruchte der ZVV in diesem Jahr 29.64 Mio. Franken nicht und schloss somit 8.1% besser ab als budgetiert.

 

Gemäss der letzten vorliegenden Jahresrechnung 2015 des ZVV war der Aufwand um 18.08 Mio. Franken geringer als budgetiert. Aber auch der Ertrag war um 17.52 Mio. Franken geringer. Immerhin schloss die Rechnung um 0.33 Mio. Franken besser als budgetiert.

 

Ergebnis: Die Ausreden sind immer dieselben und haben noch nie gestimmt. Das führt uns zu Einsteins Definition des Wahnsinns zurück …

 

 

3) Die Fahrgastzahlen waren und sind zu klein. Die Leute müssen halt den Bus benützen, sonst wird er eingestellt!

 

Zur Zeit des Busses 237 benützten im Durchschnitt 12.82 Fahrgäste den Bus. Gemäss Vertrag hätte der ZVV die Linie bei 10 Fahrgästen übernehmen müssen. Und hat es trotzdem nicht getan.

 

Jetzt geht es nur noch um Abend- und Samstagskurse. Obwohl diese naturgemäss weniger Fahrgäste haben als Schülerkurse und Kurse in Stosszeiten, mussten wieder 10 Fahrgäste im Durchschnitt erreicht werden. War das überhaupt möglich? Wir waren skeptisch. Aber auf entsprechende Frage gab Herr Hegglin es schriftlich, dass die Buslinie attraktiver und mehr Fahrgäste haben werde. An der Gemeindeversammlung 2013 sagte er, der ZVV werde praktisch nicht darum herumkommen, die Abend- und Samstagskurse zu übernehmen.

 

Leider stimmte auch das nicht: der ZVV hatte geplant, dass die Fahrgastzahlen um 30% zurückgehen. In der unten einkopierten Präsentationsfolie heisst es, die Nachfragezahlen seien erwartungsgemäss zurückgegangen und zwar um 30%.

Diese Fakten haben wir seit Jahren auf unserer Internetseite. Wir haben den ZVV brieflich eingeladen, Fehler zu beanstanden; wir würden sie dann korrigieren. Der ZVV hat nichts beanstandet. Es blieb der Gemeinde Stallikon vorbehalten, anlässlich der Präsentation ihrer neuen Kaufpläne diese Tatsachen in vagen Worten anzuzweifeln.

 

Bei 30% weniger Fahrgästen können die durchschnittlich 10 Fahrgäste pro Fahrt natürlich kaum erreicht werden. Das ist dann aber nicht das Problem der Gemeinde, sondern des ZVV.

 

 

4) Nur 0.8 Fahrgäste benützen den Bus

 

So sicher wie das Amen in der Kirche kommt auch diese Behauptung immer wieder. Sie ist ebenso polemisch wie falsch: Es wird die Anzahl Fahrgäste pro Fahrt mit der Anzahl von Personen durcheinander gebracht, die an einer Haltestelle aussteigen. Für den Entscheid, eine Buslinie zu führen oder nicht, kommt es logischerweise nicht darauf an, wie viele Personen an einer bestimmten Haltestelle ein- oder aussteigen, sondern darauf, wie viele Personen eine Buslinie benützen. Es gibt viele Haltestellen, an denen fast niemand ein- oder aussteigt. Zum Beispiel die Haltestelle Wolfenhof im Reppischtal (Bus 235). Für solche Haltestellen müssen die Gemeinden dem ZVV noch nicht einmal Haltestellentaxen zahlen.

 

 

5) 900 Personen haben die Petition 2015 unterschrieben (und 400 jene von 2017). Warum benützen sie den Bus nicht?

 

Auch diese polemische Frage geht an der Sache vorbei: Bei den Petitionen ging es nicht darum, eine Buslinie einzuführen, die viel kostet und niemand nutzt. Es ging darum, dass der ZVV die funktionierende Buslinie 237 kaputt gemacht hat und dass Stallikon und die anderen Gemeinden sich dagegen wehren sollen. Nicht einen Franken hätte es gekostet, den Petitionen zu entsprechen.

 

Die Unterstellung, dass halt die Nachfrage zu gering sei, ist auch deshalb offensichtlich falsch, weil Stallikon für diese Buslinie unterdessen mehr als 3 Millionen Franken bezahlt und die Gemeindeversammlung das immer beschlossen hat.

 

 

6) Der Kostendeckungsgrad der Buslinie 237 betrug nur 25%.

 

Das sagten die ZVV-Verantwortlichen an der Sitzung vom 11. September 2014. Eine kantonsrätliche Anfrage brachte dann aber an den Tag, dass der Kostendeckungsgrad tatsächlich 33% betragen hatte - 10% mehr als für eine Übernahme durch den ZVV vereinbart.

 

 

7) Um den Kostendeckungsgrad zu verdoppeln, hat der ZVV die Buslinien 227 und 205 kombiniert.

 

Auch das wurde an der genannten Sitzung behauptet. Es stimmt, dass der ZVV die Buslinie von Birmensdorf nach Bonstetten mit der Buslinie von Bonstetten nach Islisberg/AG und Arni/AG kombiniert hat. Das ist auch der Grund, weshalb die ZVV-Verantwortlichen die funktionierende Buslinie 237 reduzieren und weniger attraktiv machen mussten und mit 30% weniger Fahrgästen rechneten.

 

Aber sparte es Kosten? Von Arni nach Zürich gibt es schon zwei Buslinien. Über die dritte Buslinie, 205, sagte Ursula Marfort, Leiterin Finanzen in Islisberg, der Aargauer Zeitung: „Die Linie 205 startet in Arni, hält in Islisberg und fährt dann nach Bonstetten. Weil man von Arni aus aber schneller über Birmensdorf nach Zürich gelangt, sind in dem Bus meist nur Fahrgäste aus Is­lisberg.“ (Aargauer Zeitung vom 13. März 2017 - http://www.aargauerzeitung.ch/aargau/frei­amt/islisberg-steht-im-oev-kampf-alleine-da-131103695).

 

Islisberg/AG hat 600 Einwohner. Zudem wird der Bus 205 in den Stosszeiten im Halbstundentakt geführt, so dass die Buslinie dann nicht mit der Linie 227 nach Stallikon kombiniert werden kann.

 

Ganz offensichtlich ist es gar nicht möglich, dass die paar Fahrgäste aus Islisberg, welche ausserhalb der Stosszeiten nach Bonstetten und zurück fahren, die Gesamtrechnung der beiden Buslinien massiv verbessern können.

 

Warum also hält der ZVV an der Kombination der beiden Buslinien fest und kehrt nicht zur funktionierenden Buslinie 237 zurück? Niemand sagt es, niemand weiss es. Und niemand abgesehen von VISU stellt die Frage.

 

 

8) Wurden auch andere Gemeinden so behandelt wie Stallikon?

 

Stallikons früherer Gemeindepräsident Ess sagt: Nein. Er habe gefragt und die ZVV-Verantwortlichen hätten keine Gemeinde nennen können, die pro Kopf ähnlich viel investiert habe, ohne dass der ZVV die Buslinie dann übernommen habe.

 

Herr Hegglin gab es sogar schriftlich, dass der ZVV bisher mit §20-Verträgen gekaufte Linien übernommen habe, wenn die vereinbarten Übernahmekriterien erfüllt gewesen seien.

 

Stallikons Gemeindepräsident Michel sagte anlässlich der Präsentation seiner neuen Kaufpläne dasselbe.

 

VISU stellte dem ZVV diese Frage. Der ZVV verlangte für die entsprechenden Antworten bis zu 10‘000 Franken Kostengutsprache. Wie viel es koste, könne er nicht sagen. Eine Kostenschätzung koste bis zu 500 Franken.

 

Ein Witz? Vielleicht. Aber es wird klar, dass Stallikon die einzige Gemeinde ist, die vom ZVV so behandelt wird. Aber es ist ja auch die Gemeinde, die immer zahlt und alles, wirklich alles glaubt, was man ihr angibt.

 

 

9) Gibt es Hinweise, dass der ZVV die Buskurse übernehmen wird, wenn Stallikon sie jetzt zum vierten Mal kauft?

 

Zunächst einmal ist es sehr positiv, dass die Gemeinden Bonstetten und Birmensdorf nicht nur einfach ein bisschen mitzahlen wie bisher. Vielmehr tragen die beiden Gemeinden das Ganze mit. Sie unterstützen das Projekt und beteiligen sich finanziell proportional. Folglich ist Stallikons Position besser geworden. Das ist ein Erfolg unseres Gemeindepräsidenten.

 

Dann muss man unterscheiden:

  • Gemäss dem letzten Fahrplanentwurf will der ZVV einen Teil der Samstagskurse in einem Jahr übernehmen, wenn die Gemeinde sie noch einmal kauft. Wir gehen davon aus, dass das gilt.

  • Aber Stallikon will noch 32 weitere Kurse kaufen. Hier hat die Gemeinde keinerlei Zusagen. Nachdem der ZVV bisher alle Zusagen gebrochen und immer wieder unrichtige Behauptungen aufgestellt hat, ist nicht ersichtlich, weshalb er nun auf einmal sogar mehr leisten soll, als er zusagte.

  • Dann gibt es noch diverse weitere Kurse, die ganz gestrichen werden sollen, obwohl Stallikon sie schon dreimal gekauft hat.

 

Ergebnis:

  • Wir stimmen zu, dass Stallikon die Samstagskurse noch einmal kauft, welche der ZVV in einem Jahr übernehmen will.

  • Einfach so 32 weitere Kurse kaufen und hoffen geht nicht. Viele Einwohner wollen noch mehr Kurse und nennen sehr gute Gründe. Aber hier ist die Lage gleich.

  • Allen Kursen ohne konkretes Übernahmeversprechen stimmen wir nur zu, wenn Stallikon und die anderen Gemeinden parallel auf politischer Ebene Druck machen, damit der ZVV diese Kurse in einem Jahr übernimmt.