Unser Einsatz

Gemeindeversammlung Juni 2017
Würdigung des Antrags des Gemeinderates

 

Der Gemeinderat von Stallikon wollte im Fahrplanverfahren 2015 den ZVV nicht reizen, obwohl er damals wusste, was VISU alles zusammengetragen hatte. Der Gemeinderat setzte sich dazu über eine Petition hinweg, welche von einem Viertel der Stalliker Bevölkerung unterzeichnet worden war - und noch von vielen anderen Personen.

 

Obwohl der Gemeinderat von Stallikon im Jahr 2015 ein Muster an Sanftmut gewesen war, entschied der ZVV Anfang 2017, dass er Stallikon nicht einen Schritt entgegen komme: Auch wenn der ZVV-Vertreter in der Gemeindeversammlung 2013 versprochen hatte, der ZVV werde praktisch nicht darum herum kommen, die nochmals gekauften Verbindungen zu übernehmen, entschied der ZVV halt doch, das er überhaupt nichts übernehme.

 

Dafür stellt der ZVV der Gemeinde in Aussicht, dass er ein Jahr später, Ende 2018, einen Teil der Samstagskurse übernehme, wenn die Gemeinde diese Kurse bis dahin noch einmal kaufe. Darum will der Gemeinderat diese Kurse noch einmal kaufen. Aber nicht nur das: Der Gemeinderat von Stallikon will mehr als doppelt so viele Kurse kaufen, als der ZVV später zu übernehmen in Aussicht stellt. Statt 30 Kursen pro Woche will der Gemeinderat bis dahin sogar deren 62 kaufen.

 

Diese 62 Kurse pro Woche sollen 167'600 Franken kosten. Bonstetten und Birmensdorf wollen sich daran mit total 73'325 Franken beteiligen, so dass noch 94'275 Franken an Stallikon hängen bleiben.

 

Wenn Stallikon allerdings nur die 30 Kurse kaufen würde, welche der ZVV im Dezember 2018 auch weiterführen will, dann würde das Ganze nur gut 81'000 Franken kosten. Sogar wenn Bonstetten und Birmensdorf sich nicht beteiligen würden, wäre das billiger als die vom Gemeinderat vorgeschlagene Lösung.

 

Folglich fragten wir Gemeindepräsident Werner Michel, ob er Hinweise habe, dass der ZVV im Dezember 2018 mehr übernehmen werde als nur die 30 Kurse am Samstag. Die Antwort lautete Nein. Der Gemeinderat geht davon aus, künftig rund 50'000 Franken pro Jahr für die fehlenden Kurse zu zahlen. Offen ist, wie lange. Offen ist auch, ob es bei den rund 50'000 Franken bleibt, denn beim ZVV ist die Teuerung enorm. In den letzten vier Jahren betrug sie gut 10%.

 

 

Das Grundsätzliche Problem dieser Lösung

 (Abgesehen davon, dass Stallikon schon wieder zahlen soll.)

 

Die Fahrgastmessungen von PostAuto ergaben für die Wochentage vom 1. Januar bis 30. Juni 2016 am Abend von Birmensdorf nach Bonstetten folgende Zahlen:

20:01 Uhr: 10 Fahrgäste

21:01 Uhr: 12 Fahrgäste

22:01 Uhr: 9 Fahrgäste

Diese Kurse will der ZVV nicht mehr führen, obwohl das Übernahmekriterium erreicht wurde!

 

In der Gegenrichtung ergaben die offiziellen Messungen

20:35 Uhr: 7 Fahrgäste

21:35 Uhr: 7 Fahrgäste

Hier werden die 10 Fahrgäste pro Fahrt nicht erreicht.

 

Aber: Die Fahrten werden von Bonstetten nach Birmensdorf und zurück gerechnet. Man kann nicht nur einen Kurs kaufen, sondern muss immer den Hin- und den Rückweg bezahlen. Folglich fährt der Bus 227, nachdem er um 19:57 Uhr in Birmensdorf angekommen ist, sowieso wieder zurück. Ergebnis: die vom ZVV nicht übernommene Rückfahrt um 20:01 Uhr findet sowieso statt, der ZVV lässt sie sich nur noch (einmal) bezahlen. Wenn man das berücksichtigt, so geht es mit den Fahrgastzahlen auf einmal auf.

 

Offensichtlich wäre es nichts als logisch, dass der ZVV diese Fahrten übernimmt. Das tut er nicht, und Stallikon will sich nicht wehren und noch einmal zahlen.

 

Ein einzelner Kurs kostet zurzeit rund 2'700 Franken im Jahr. Weil immer wenigstens zwei Kurse anfallen (Hin- und Rückfahrt) geht es um jeweils 5'400 Franken - ausser bei der Fahrt um 20:01 Uhr von Birmensdorf nach Bonstetten.

 

Wenn man das Gesamtpaket betrachtet, ist klar, dass die Leute fahren können sollen. Die Zahlen stimmen ja. Wenn man jedoch jeden Kurs einzeln anschaut, dann fragt es sich auf einmal: Lohnen sich jährlich 5'400 Franken für nur gerade 19 Fahrgäste? Das sind ja 284 Franken pro Person! Das zahlen wir nicht. Und für die durchschnittlich 9 Personen, welche um 22:01 Uhr mit dem Postauto heimfahren wollen, müssen wir 4 vorausgehende Kurse zahlen, was 2'700 Franken pro Kurs kostet. Das zahlen wir nicht.

 

Man sieht: wegen des Tricks, das Gesamtpaket aufzuteilen, entsteht eine Diskussion darum, dass man für einzelne Personen teure Kurse zahlen müsse. So werden am Schluss alle auseinander-dividiert.

 

Ergebnis

 

  • Wir stimmen zu, dass Stallikon die Samstagskurse noch einmal kauft, welche der ZVV in einem Jahr übernehmen will.

  • Einfach so 32 weitere Kurse kaufen und hoffen geht nicht. Viele Einwohner wollen noch mehr Kurse und nennen sehr gute Gründe. Aber hier ist die Lage gleich.

  • Dem Kauf von Kursen ohne konkretes Übernahmeversprechen stimmen wir nur zu, wenn Stallikon und die anderen Gemeinden parallel auf politischer Ebene Druck machen, damit der ZVV diese Kurse in einem Jahr übernimmt.

 

Wir werden unterstützt von:

 

SVP Stallikon

Alt-Kantonsräte Hans Läubli und Jakob Schneebeli sowie Kantonsräte Heierli und Homberger

Familienclub Stallikon, Männerturnverein Stallikon, Kafimüli

Ihnen allen sei gedankt.